Ist Value Pricing wirklich unfair?
Ist Value Pricing wirklich unfair?
Immer wieder höre ich den Einwand:
Value Pricing 𝗻𝘂𝘁𝘇𝘁 𝗱𝗶𝗲 𝗟𝗮𝗴𝗲 𝗱𝗲𝘀 𝗞𝘂𝗻𝗱𝗲𝗻 𝗮𝘂𝘀 und ist 𝗺𝗼𝗿𝗮𝗹𝗶𝘀𝗰𝗵 𝘃𝗲𝗿𝘄𝗲𝗿𝗳𝗹𝗶𝗰𝗵.
Ein typisches Beispiel:
Ein Mandant steckt in einer schwierigen Situation.
Er braucht kurzfristig einen Jahresabschluss, weil die Bank sonst das Darlehen verweigert.
Der Abschluss hat in diesem Moment einen ganz anderen Wert als bei einer regulären Erstellung.
Er ist keine lästige Pflicht mehr, sondern wird zum 𝗦𝗰𝗵𝗹ü𝘀𝘀𝗲𝗹 𝗳ü𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗭𝘂𝗸𝘂𝗻𝗳𝘁 𝗱𝗲𝘀 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗻𝘀.
Im Value Pricing richtet sich das Honorar nach dem 𝗡𝘂𝘁𝘇𝗲𝗻 𝗳ü𝗿 𝗱𝗲𝗻 𝗠𝗮𝗻𝗱𝗮𝗻𝘁𝗲𝗻.
Und ja: In einer Notsituation ist der Nutzen besonders hoch.
Aber bedeutet das automatisch, dass Value Pricing unfair und moralisch verwerflich ist?
Ich sehe das nicht so.
Value Pricing bewertet nicht die Lage des Mandanten, sondern den 𝗪𝗲𝗿𝘁 𝗱𝗲𝗿 𝗟𝗲𝗶𝘀𝘁𝘂𝗻𝗴 für den Mandanten.
Das ist ein kleiner, aber 𝗲𝗻𝘁𝘀𝗰𝗵𝗲𝗶𝗱𝗲𝗻𝗱𝗲𝗿 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝘀𝗰𝗵𝗶𝗲𝗱.
Es geht darum, dass Leistung und Preis zueinander passen. Nicht jede Arbeitsstunde ist gleich viel wert. Und nicht jeder Auftrag ist gleich wichtig.
Fair ist es, wenn 𝗯𝗲𝗶𝗱𝗲 𝗦𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻 𝗱𝗲𝗻 𝗣𝗿𝗲𝗶𝘀 𝗸𝗲𝗻𝗻𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗶𝗵𝗺 𝘇𝘂𝘀𝘁𝗶𝗺𝗺𝗲𝗻 und zwar 𝗯𝗲𝘃𝗼𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗟𝗲𝗶𝘀𝘁𝘂𝗻𝗴 𝗲𝗿𝗯𝗿𝗮𝗰𝗵𝘁 𝘄𝗶𝗿𝗱.
Fair ist es, wenn offen über Nutzen und dessen Verteilung (=Preis) gesprochen wird.
Aus meiner Sicht nutzt Value Pricing nicht die Situation des Mandanten aus.

